Controller (Overseas Services) 19th January, 1943 GEORGE ORWELL STAFF PRIVATE 1. A.C.(OS) 2. E.S.D. I listened rather carefully to one of George Orwell's English talks in the Eastern Service on, I think, Saturday last. I found the talk itself interesting, and I am not critical of its content, but I was struck by the basic unsuitability of Orwell's voice. I realise, of course, that his name is of some value in quite important Indian circles, but his voice struck me as both un-attractive and really unsuited to the microphone to such an extent that (a) it would not attract any listeners who were outside the circle of Orwell's admirers as a writer and might even repel some of these, and (b) would make the talks themselves vulnerable at the hands of people who would have reason to see Orwell denied the microphone, or of those who felt critical of the B.B.C. for being so ignorant of the essential needs of the microphone and of the audience as to put on so wholly unsuitable a voice. I am quite seriously worried about the situation and about the wisdom of our keeping Orwell personally on the air. JBC/GMG (J.B. Clark) archiv der bbc: george orwell at the bbc via the times Do. 4. Juni 2009 22:18
link | 0 kommentare | kommentieren | lesen aus einer predigt:
« [...] Ihr habt die Ansicht gehört, dass es keine unschuldige Bourgeoisie gibt. Einer dieser französischen Anarchisten, manche sagen, Emile Henry auf dem Weg zur Guillotine, andere sagen, Vaillant, als man ihm wegen des Bombenanschlags auf die Abgeordnetenkammer den Prozess gemacht hat. Als Antwort auf die Frage, wie kann jemand eine Bombe zünden, die unschuldige Menschenleben fordern wird?» «Längere Zündschnur», rief irgendwer zuvorkommenderweise. «Mit einem Zeitzünder geht's leichter!» «Denkt es euch», als die Zwischenrufe sich etwas gelegt hatten, «wie die Erbsünde; nur mit Ausnahmen. In diese Verhältnisse hineingeboren zu werden macht euch nicht automatisch zu Unschuldigen. Aber wenn ihr einen Punkt in eurem Leben erreicht, wo ihr begreift, wer wen bescheißt - vergib mir, Herr -, wer nimmt und wer nicht, dann seid ihr verpflichtet, euch zu entscheiden, mit wie viel ihr euch einverstanden erklärt. Wenn ihr nicht jeden Atemzug eines jeden Tages, ob im Wachen oder im Schlafen, an die Vernichtung jener wendet, welche die Unschuldigen so leichthin schlachten, wie sie einen Scheck unterschreiben, wie unschuldig wollt ihr euch dann nennen? Dieser Frage müsst ihr euch jeden Tag neu stellen, und zwar in dieser Absolutheit.» thomas pynchon: gegen den tag Mi. 3. Juni 2009 22:31
link | 0 kommentare | kommentieren | lesen Auf jeden Fall waren wir uns über zwei Dinge einig: Wir hatten den Kanal voll davon, uns dauernd abstrampeln zu müssen, und dies war die große Chance, uns für alle Zeiten zu sanieren. »Ich hab's satt, mir ständig für andere Leute den Arsch aufzureißen«, sagte Phil, als hätte jemand den Verdacht geäußert, es würde ihm auch noch Spaß machen, »und danach dann so fertig zu sein, daß alles, was ich verdiene, für Alk und Tranquilizer draufgeht.« Gesh knurrte beifällig. In meinen Augen loderte helle Empörung über all das Unrecht und die Gemeinheiten, die Phil erlitten hatte - ganz zu schweigen von dem Unrecht und den Gemeinheiten, die ich erlitten hatte. »Ich weiß, was du meinst«, sagte ich. Wir saßen im Wohnzimmer herum, tatenlos, ungeduldig und sturzbetrunken. Die Gesellschaft sei bis ins Mark verfault, sagte ich. Es heiße jeder gegen jeden, und jeder sei sich selbst der Nächste. Ich hätte genug von diesen Typen, von Akademikern genauso wie von Immobilienmaklern und Bautischlern. Man gab denen alles-das Herz, die Seele und den Schweiß und kriegte nichts zurück, nicht mal die Anerkennung für gute Arbeit. Phil meinte, er verstünde genau, wie ich mich fühlte. Gesh hockte auf dem Fensterbrett und starrte in sein Glas. Nach einer Weile hob er den Kopf. »Die Gesellschaft ist doch am Arsch«, sagte er heftig und machte eine wegwerfende Handbewegung. »Dieses blöde Happy-Hippie-Gewäsch.« Ich wußte, worauf er hinauswollte. Die ganze Hippie-Ethik - Batikhemden, Bärte, Brüderlichkeit, die Gemeinschaft der Menschen -, all das war Quatsch gewesen, ein abgekartetes Manöver, das uns davon ablenken sollte, daß es keine Jobs gab, die Wirtschaft vor die Hunde ging und die Ressourcen der Erde sich in Rauch auflösten. Und wir hatten es geschluckt, waren damit hausieren gegangen, hatten es selber propagiert. Die ganzen Jahre hindurch. Gesh lachte bitter. Inzwischen seien wir älter, sagte er, und klüger. Wir wüßten jetzt, was zählte: Geld. Geld und sonst gar nichts. t. c. boyle: grün ist die hoffnung Sa. 23. Mai 2009 23:54
link | 1 kommentar | kommentieren | lesen Im vierten Jahrhundert vor Christi Geburt dezimierten Krokodile die Truppen des Perdikkas beim Überqueren des Nils bei Memphis — knapp tausend Soldaten fanden den Tod. Hundert Jahre danach, so berichtet die Legende, verlor der griechische Poet Kallikles seine Leier an ein Krokodil, als er auf einer Barke auf dem Nil einige Stehgreifverse vortrug. Am folgenden Tag hörte er Musik, ging zum Ufer hinab und sah mit Erstaunen einen monströsen grünen Kopf sich aus den Fluten erheben, in dessen Maul sein Instrument klemmte. Kallikles beugte sich vor, um es sich zurückzuholen. Unklug von ihm. t. c. boyle: wassermusik Fr. 17. Apr. 2009 01:12
link | 0 kommentare | kommentieren | lesen Do. 26. März 2009 11:52
link | 0 kommentare | kommentieren | lesen Während die meisten jungen Schotten seines Alters Röcke lüpften, Furchen pflügten und die Saat aussäten, stellte Mungo Park dem Emir von Ludamar, Al-Hadsch' Ali Ibn Fatoudi, seine bloßen Hinterbacken zur Schau. Man schrieb das Jahr 1795. Georg III. beschmierte in Schloß Windsor mit seiner Spucke die Wände, in Frankreich verpatzte das Directoire so ziemlich alles. Goya war taub, Thomas De Quincey ein verdorbener präpubertärer Bursche. George Bryan „Beau" Brummell strich gerade seinen ersten gestärkten Kragen zurecht, der junge Ludwig van Beethoven, ein Vierundzwanzigjähriger mit buschigen Augenbrauen, machte in Wien mit seinem zweiten Klavierkonzert Furore, und Ned Rise saß mit Nan Punt und Sally Sebum vor einer Flasche Wacholderfluch in der „Sauf&Syph-Taverne" auf Maiden Lane. t. c. boyle: wassermusik das buch beginnt so, macht neugierig. Di. 17. März 2009 11:37
link | 2 kommentare | kommentieren | lesen Schön ist das, was in bloßer Beurteilung (also nicht vermittelst der Empfindung des Sinnes nach einem Begriffe des Verstandes) gefällt. Hieraus folgt von selbst, dass es ohne alles Interesse gefallen müsse. Erhaben ist das, was durch seinen Widerstand gegen das Interesse der Sinne unmittelbar gefällt. kant: kritik der urteilskraft Mi. 25. Feb. 2009 03:08
link | 0 kommentare | kommentieren | lesen pascal mercier*: perlmanns schweigen 10 von 10 punkten So. 11. Jan. 2009 01:18
link | 0 kommentare | kommentieren | lesen alan bennett: die souveräne leserin* nach ~ 2 std legt man ein wunderbares buch aus der hand; 115 seiten voller ironie & witz, englischer lebensart.
+ ein ›richtiges‹ buch: hardcover, leineneinband, schönes format, liebevoll ausgestattet. - in der mitte hängen 20/25 seiten etwas duch [die steigerung bis zum grandiosen schluß macht das allerdings mehr als wett]. Sa. 27. Dez. 2008 02:36
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vorgestern gekauft, heute durch: david sedaris wieder mal in höchstform. Do. 30. Okt. 2008 11:38
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letzte kommentare:
Jaja, die Schriftstellerei und der ...
bubo | Do. 28. Aug. 2025 22:30 Eigentlich nix. War nur ein ...
stapel | Mi. 9. Juli 2025 13:14 jau
exdirk | Di. 24. Juni 2025 23:09 Und?
Schon wieder daheim?
zotty | Di. 24. Juni 2025 17:23 😎
zotty | Di. 24. Juni 2025 07:16 Uff…
liuea | Sa. 21. Juni 2025 10:22 Es ist leider keine Frage ...
Lakritze | Fr. 20. Juni 2025 11:47 Endlich
zotty | Di. 17. Juni 2025 14:30 Und wieder was gelernt...
zotty | Mo. 16. Juni 2025 16:15 Rennsemmel 🤭
zotty | So. 15. Juni 2025 16:12 Ich denk an dich
zotty | Do. 12. Juni 2025 23:08 Ich drücke dir die Daumen
zotty | Mo. 9. Juni 2025 12:28 Klingt, als könne man gratulieren. ...
DieWaldfee | Fr. 6. Juni 2025 12:41 <3
zotty | Fr. 6. Juni 2025 12:05 würde mich sehr freuen.
exdirk | Do. 5. Juni 2025 11:14
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